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Golden Girls erlösen Deutschland - Sensationen im Speerwerfen und Sprint

[Sport]
Golden Girls erlösen Deutschland - Sensationen im Speerwerfen und Sprint
Deutschlands Golden Girls mit Silberkranz: Die Speerwerferinnen Christina Obergföll und Linda Stahl haben Sprint-Königin Verena Sailer in die Mitte genommen. Foto: (dpa)
Deutschlands Golden Girls mit Silberkranz: Die Speerwerferinnen Christina Obergföll und Linda Stahl haben Sprint-Königin Verena Sailer in die Mitte genommen. Foto: (dpa)
Barcelona - Als sich die Dunkelheit über Barcelona senkte, glänzten auch die ersten Sterne in deutschen Farben auf der himmelblauen Tartanbahn des Olympiastadions Lluis Company de Montjuic: Gold und Silber holten die Speerwerferinnen Linda Stahl (Bayer Leverkusen) und Christina Obergföll (LG Offenburg). Gold gewann am Donnerstagabend auch 100-m-Sprinterin Verena Sailer (MTG Mannheim).

Mit drei Paukenschlägen waren die Zweifler und Pessimisten, die dem DLV-Team nach dem schwachen Abschneiden an den ersten beiden Tagen eine harte Zeit in Katalonien voraussagten, fürs Erste widerlegt.

„Ich wollte es gewinnen, ich wollte es das ganze Jahr schon.Ich hatte immer dieses Bild vor Augen. Ich wusste, dass ich es schaffen kann“, sprudelte es aus der Sprinterin nachher nur so heraus. Als sie 2009 in Berlin WM-Bronze geholt hatte: „Da war dieses Bild der Ehrenrunde immer in mir. Und jetzt war es schon wieder da. Dafür habe ich das ganze Jahr über hart gearbeitet und mein ganzes Team mit mir“, jubelte sie. Ihrem Trainer und ihrer Physio-Therapeutin galten der erste Dank: „Sie waren Tag und Nacht für mich da.“

Die beiden deutschen Speerwerferinnen setzten den Schlusspunkt unter einen furiosen Wettkampf, den sie im fünften Durchgang für sich entschieden. Linda Stahl siegte mit 66,81 m und verdrängte die bis dahin führende Weltrekordhalterin Barbora Spotakova (Tschechien, 65,36m) zunächst auf den zweiten Platz. Den machte ihr dann auch noch Christina Obergföll streitig und holte mit 65,58 Silber. Platz vier belegte zudem Katharina Molitor.

„Das ist Wahnsinn. Ich habe einen getroffen, von dem ich nicht mal geträumt habe“, war auch Linda Stahl emotional kaum wieder einzuholen. Als neunte der uropäischen Bestenliste war sie in den Wettkampf gegangen und hatte „in den ersten beiden Versuchen noch Pudding in den Beinen“ vor lauter Aufregung. Als sie dann im dritten Versuch mit 63,17 m Saisonbestleistung geworfen hatte, wollte sie mehr. Und sie bekam es.

Für den eigentlichen Höhepunkt des Abends sorgte allerdings Verena Sailer. Erstmals seit Katrin Krabbe (1990 in Split) holte nun eine deutsche Sprinterin über 100 m EM-Gold.

In 11,06 sek (bei allerdings 2,2 m/sek Rückenwind) hatte die 24-Jährige schon das Halbfinale dominiert. Obwohl sie beim Start auf der nach einem heftigen Gewitterregen zuvor fast vollständig abgetrockneten Bahn fast gestürzt war, lief die Sportmanagement-Studentin ihre beste Zeit. Kaum hatte sie die Ziellinie als Erste - deutlich vor der Grande Dame des europäischen Sprints, Christine Arron - überflogen, blickte sie auch schon hoch zur Anzeigentafel. Sie wusste, nein sie befürchtete fast, dass da etwas ganz Großes gelungen war. „Ach du Sch...“ war von ihren Lippen deutlich abzulesen.

Doch es kam noch besser, viel besser: Die 24-Jährige lief im Finale den Lauf ihres Lebens - und wiederum war sie es, die noch nach der Ziellinie zweifelte. Beinahe flehentlich blickte sie auf die Video-Anzeige,ehe die Gratulation der Zweit- und Drittplatzieren, Veronique Mang (11,11) und Myriam Soumare (11,18/beide Frankreich) ihren großen Traum bestätigte. „Das ist Wahnsinn, unglaublich. Die Zeit ist mir egal. Ich kann es kaum glauben“, jubelte Verena Sailer unmittelbar nach ihrem Triumph.

Es war ein Sieg mit Ansage: Schon am Mittag hatte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen seinen Optimismus nicht verbergen können: „Ich kann mir vorstellen, dass Verena heute Abend ganz weit nach vorne laufen wird.“

VON JÜRGEN BECKGERD, MÜNSTER
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Quelle: wn.de

Kommentare:

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Saal am 30.07.2010 um 11:59 Uhr
100m Sprinnt endlich mal wieder Deutschland auf dem ersten Platz, seit 20 Jahre jeah.
 
Dieser Artikel stammt von wn.de


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